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So 26. Okt 2008, 19:28
Mit einer Mischung aus Widerwillen und Teilnahmslosigkeit ließ sich Caroline vom
Druck der Hand ihrer Mutter durch die Straßenbahntüren schieben, dabei strauchelte
sie leicht an der Stufe, schaffte es jedoch noch, Gleichgewicht zu wahren und hielt
sich an der nächstbesten Stange fest, um ihren Halt auch zu behalten. Das Zuckersüße
Lächeln auf dem gesicht ihrer Mutter, die draußen stand und ihr zuwinkte, ging ihr
langsam auf die Nerven. Viel Spaß, und viel Glück!, konnte sie
noch von ihr hören, in einem Ton, der sogar aufrichtig klang, während mit einem
Zischen die Tür des Wagens sich langsam schloss.
Durch das Glas hindurch sandte Caroline noch ein letztes, gequältes lächeln in Richtung
des fröhlichen Gesichtes. Viel Spaß.. Die hatte gut reden.
Die musste sich ja nicht neu einleben. Hatte ja ihren Mann mitgenommen nach Japan.
Tausendmal hatte Caroline sie beide gefragt, ihren Vater Renhard, ihre Mutter Rena,
Warum zum Teufel sie denn unbedingt nach Japan ziehen wollten.
Es zieht einen eben immer zurück in die Heimat.., war das einzige,
was sie aus ihr herausquetschen hatte können. Und Vater hatte ihr den Wunsch natürlich nicht
abschlagen können. Aber Caroline hatte ja keiner gefragt. Sie konnte ja schließlich nich ihre
Freunde mitnehmen, oder alles andere, was ihr lieb war.. hier hatte sie niemanden. Und musste
obendrein noch in so ein beklopptes Mädcheninternat. In ein beklopptes Wohnheim, mit
irgendwelchen komischen Mädchen in einem Zimmer. Und Ihre Eltern konnten allein in diesem
komischen Wohnhaus sich einen ruhigen Tag machen. Arbeiteten noch nichtmal. Wozu denn auch,
sie hatten ja so ein großes Vermögen angehäuft mit ihren Geschäften, vovon Caroline
wahrscheinlich garnichts abkriegen würde, so wie sie die beiden kannte. Was auch erklärte,
warum sie eigentlich zur Schule ging. Mürrisch zog sie an der Stange, um Gleichgewicht
zu behalten, als mit einem leichten Ruck die Bahn anfuhr, und das lächelnde Gesicht ihrer
Mutter von einem Fenster aufs nächste wanderte, bis es keines mehr Gab, hinter dem es erscheinen
könnte, und sie ihren Blick woanders hinrichtete, in eine Unbestimmte Richtung, halbherzig
versuchend, irgendetwas aus dem Stimmengewirr der Passagiere, allesamt Schulmädchen,
herauszufiltern. Du hast doch sicherlich das Gedicht auswendig gelernt?
Eine eingebildet wirkende, schick angezogene Blondine konversierte gerade mit einem Rotschopf,
die ihr Haar in zwei langen Zöpfen, befestigt mit zwei Bändchen, an denen jeweils ein goldenes
Glöckchen hing, trug, und schon genervt davon schien, überhaupt angesprochen worden zu sein.
Aaaach natürlich, Ayaka,Ich hab auch nichts besseres zu tun, als bekloppte
Gedichte zu lernen.. DU hast es natürlich fehlerfrei gelernt, hab ich recht?
Aber natürlich! Ich hab sogar noch etwas dazugedichtet, extra für Herrn Negi!
But hold your breath
Because tonight will be the night
I will fall for you Over again
Don't make me change my Mind
Or I won't live to see another day
I swear it's true
Because a Boy like you is impossible to find
You're impossible to find...
In diesem Moment fing die Rothaarige an, Laut loszulachen. Sie hielt sich den Bauch,
drohte angesichts des Bremsens des Wagens den Halt zu verlieren, wurde jedoch von einer
Anderen Person, Mit langen, glatt nach unten hängenden schwarzen Haaren und einem
freundlichen Gesicht, fast schon wie eine Krankenschwester, wie Caroline fand, gehalten,
die ihr, die sich vor Lachen verschluckt hatte, den Rücken klopfte und leise in sich
hineinlächelte. Die anscheinend Ayaka genannte person verschränkte ihre Arme und sah dem
Schauspiel zu.
Und was gibts da zu lachen?!
Unter dem Gehuste hindurch stieß der Rotschopf einen Satz hervor.
Das.. ist das... Lächerlichste was ich je... Gehört hab, Iincho!
Ach, deine Meinung will doch eh keiner wissen, Asuna Kagurazaka!
Warum bist du eientlich hier in der Straßenbahn, du kommst doch sonst immer zu spät zum
Unterricht, was sich ja auch in deinen Noten widerspiegelt..
Ich hab dir Tausendmal gesagt, dass ich Zeitungen austragen muss, um mir
den Unterhalt zu verdienen! Heute macht halt ein anderer die Schicht! Aber was ist denn
mit dir? Warum läst du dich denn nicht wie immer in deiner hochglänzenden Privatlimousine
bringen?!
Ich lass mich NIE in einer Privatlimousine bringen!
Achso, du gehst immer zu fuß, oder was? Von deinem Schloss aus zu fuß,
darum bist du so fit noch in diesem Alter!
Was soll das denn jetzt wieder heißen?! Ich BIN nicht alt!
Da macht man dir mal ein Kompliment und du rastest trotzdem Aus!
Sei Doch Ruhig, Lufthirn!
Das lass ich mir doch nicht von einer Pädophilen sagen!
Ich BIN nicht pädophil, ich bin selbst noch gar nicht volljährig!
Die beiden hatten bereits eine Kampfhaltung eingenommen, und Caroline malte sich bereits
den anstehenden Zickenkampf aus, da wurde das Geplänkel beendet durch die stoppende Bahn
und das langsame sich Leeren ebendieser. Das Mädchen mit dem Krankenschwestergesicht hatte
Asuna bereits außer Reichweite gezogen, doch dabei anscheinend das außer Acht gelassen,
was sich hinter ihr abspielte, sodass sie der nun angesichts ihrer Planlosigkeit verwirrten
Caroline mit den Hacken auf die Füße rat, sich dann umdrehte, in dem Wissen, das Asuna von
einem Kampf abgehalten wurde, und mit einem entschuldigendem Lächeln an ihr vorbeihuschte,
während sie ihr noch ein Entschuldigung! zurief, dann aber stutzte
und sich zurückbewegte.
Wer bist du denn? Ich hab dich noch nie gesehen!
Wir sind hier ja auch in einer Stadt,, dachte Caroline, besann sich
aber eines Besseren. vielleicht konnte sie ihr Helfen.
Ähm.. Ich bin erst letztens nach Japan gezogen, und muss zur Mahora-Schule..
Mahora? Da müssen wir auch hin, komm mit!
Ehe sie es sich versah, befand sie sich in einem Strom von irgendwelchen unbekannten Mädchen,
die alle in eine Richtung liefen, und wurde mehr oder weniger von dem Schwarzhaarigen Mädchen
Mitgezogen, die anscheinend zum Rotschopf Asuna aufschließen wolte, die einige Meter vor
ihnen lief. Eigentlich war Caroline nicht erpicht darauf, diesem Rothaarigen Mädchen in die
Quere zu kommen, sie schien ein ziemlich hitziges Gemüt zu haben. Jedoch hatte sie keine Wahl,
denn schon befand sie sich zwischen den beiden.
Hey, Asuna, guck mal, wen ich hier hab! Sie ist neu auf der Schule! Das ist, Öhh..
Kurz überlegend und dann fragend den Blick in ihre Richtung werfend, fügte sie hinzu:
Wie war gleich wieder dein Name?
Caroline, antwortete sie teils leicht genervt, teils auch belustigt.
Das Mädchen war so offen.
Das ist Caroline! Caroline, das ist Asuna, und ich bin Konoka!
Sie nickten sich zu, und Caroline, die zuerst leicht zusammenzuckte, als Asuna ihren Blick
auf sie richtete, war überrascht, als sie ein warmes Lächeln auf ihrem Gesicht sah.
In welche Klasse gehst du denn?
In die elfte..
Die beide sahen sie ungläubig und unverstehend an.
Dann bist du ja Ober-Über-Oberstufeschülerin, falls es sowas gibt.., meinte
Asuna und beäugte sie kritisch. Dann fiel es ihr wieder ein.
Ach stimmt ja, das ist in Deutschland die Elfte, hier in Japan ist das glaub ich die sechste, oder?
6? Wir gehen auch in die Sechste, vielleicht kommst du in unsere! Ach, da sind wir schon!
Komm, wir bringen dich zum Rektor, und sagen ihm, dass du in unsere Klasse sollst!
Ehe sie es sich versah, befand sie sich im Schulgebäude und wurde weiterhin von Konoka mitgeschliffen.
Caroline musste fast schon lachen. Konoka war so impulsiv. Sie fühlte sich irgendwie sofort schon
integriert. Vielleicht würde das Leben in japan doch nicht so Öde werden, wie sie es gedacht hatte...